Jugendliche erzählen

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Luca (17): Aus einem kleinen Streit wird eine grosse Sache

Am letzten Wochenende war ich mit zwei Kollegen im Ausgang, in der Stadt. Wir wollten zuerst einfach etwas trinken gehen und nachher vielleicht noch in einen Club. Als wir das Lokal, in dem wir etwas getrunken hatten, verlassen haben, hörten wir draussen in der Gasse Lärm. Wir haben uns umgeschaut und sahen, wie sich zwei Typen – etwa in unserem Alter – herumgeschubst haben. Daneben standen noch ein paar andere Leute, die ebenfalls laut mit einander diskutierten, Kollegen der beiden, halt.

Wir haben dann zugehört und herausgefunden, dass der eine meinte, der andere habe seine Freundin angeschaut. Die Freundin selber meinte zwar, dass gar nichts gewesen sei, doch ihr Freund meinte, sie solle sich raushalten. Stattdessen fing er an, den anderen rumzuschubsen. Dieser wollte sich das natürlich auch nicht gefallen lassen, und gab mit ein paar Ausdrücken zurück, die auch nicht ganz jugendfrei waren.

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Langsam aber sicher hörten die anderen Diskussionen auf, es bildete sich ein Kreis um die beiden. Dabei waren die Anfeuerungsrufe klar lauter als die besonnenen Stimmen, die meinten, sie sollten es doch gut sein lassen... Es kam, wie es kommen musste: Die beiden gingen auf einander los, es kam zu einer richtigen Keilerei, bis dann zwei Securities von einer nahen Bar dazu kamen und die beiden auseinanderbrachten. 

Mich hat das recht aufgewühlt, dieser Vorfall, und zwar aus verschiedenen Gründen: Wie ist es nur möglich, dass sich zwei verprügeln, obwohl da wahrscheinlich gar nichts gewesen ist? Wieso haben die Kollegen sie angespornt, und nicht früher etwas gesagt, das die Situation beruhigt hätte? Und warum haben meine Kollegen und ich zugeschaut, ohne einen Wank zu machen – wir sind nicht mal auf die Idee gekommen, Hilfe zu holen und so das Schlimmste zu verhindern. Wenn die Securities nicht eingegriffen hätten, wäre vielleicht jemand im Spital gelandet! Wären wir dann auch ein bisschen mitschuldig gewesen, weil wir nichts gemacht haben?

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Quelle/n
Autor/-in
Andi Geu

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