Diese Anlaufstellen und Fachpersonen helfen dir bei Fragen, Zweifeln oder Problemen im Zusammenhang mit Medikamentenmissbrauch und Mischkonsum.

Safe Zone
safezone.ch berät dich professionell, anonym und kostenlos bei Fragen zu Tabak, Cannabis, Alkohol, Misch-Konsum und anderen Suchtproblemen.

Blaues Kreuz | Beratungsstelle für Alkoholprobleme
Das Blaue Kreuz bietet Beratungsangebote für Betroffene, Angehörige und Familien u.a. zum Alkoholkonsum. Die Beratungen sind kostenlos und werden von qualifizierten Fachpersonen angeboten. Das Angebot umfasst Information und Abklärung, Kurzberatung, Einzel-, Paar- und Familienberatung sowie Gruppen für Betroffene, Angehörige und Kinder.

Anlaufstellen für Labortests
Deine einzige Anlaufstelle für Medikamente sollte immer eine Apotheke oder eine Arztpraxis sein. Was du online oder auf der Strasse kaufst, ist eine Blackbox. Wenn du es trotzdem tust, lasse deine Medikamente bitte testen:

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Inhalt

Missbrauch von Medikamenten: Gründe und Alternativen

Das Wichtigste in Kürze

Gründe für den Missbrauch und Alternativen

Viele Jugendliche leiden unter Stress oder Schlafproblemen. Manche hoffen, dass Medikamente dabei helfen können. Doch die Probleme verschwinden dadurch nicht.

1. Warum nehmen manche Jugendliche Medikamente?

  • Stress und Druck: Um in der Schule durchzuhalten oder abzuschalten.
  • Schlafprobleme: Weil man sonst wach liegt und grübelt.
  • Gefühle: Um Traurigkeit, Angst oder Einsamkeit nicht mehr zu spüren.
  • Gruppendruck: Weil Freund*innen es tun und man dazugehören will.
  • Kick: Um einen Rausch zu erleben.

Medikamente ändern nichts am Problem. Ist die Wirkung weg, geht’s dir häufig wieder schlechter.

2. Was wirklich hilft (ohne Tabletten)

Es gibt bessere Wege, um mit schwierigen Situationen klarzukommen:

  • Bei Stress: Mache einen Zeitplan, setze Prioritäten und bewege dich viel.
  • Bei Schlafproblemen: Gehe zu festen Zeiten ins Bett und lege das Handy 1,5 Stunden vorher weg. Entspanne dich vor dem Schlafen, zum Beispiel mit ruhiger Musik.
  • Bei Sorgen: Sprich mit jemandem (Freund*innen, Familie, Lehrpersonen). Ablenkung durch Hobbys tut auch gut.

3. Was tun im Notfall?

Wenn jemand zu viele Tabletten genommen hat:

  • Ruf sofort die 144 (Sanität).
  • Wenn die Person bewusstlos ist, aber atmet: Stabile Seitenlage.
  • Bleib bei der Person und gib ihr nichts zu essen oder zu trinken.
  • Hab keine Angst vor negativen Konsequenzen – Leben retten ist wichtiger!

4. Wo finde ich Hilfe?

Hilfe holen ist ein Zeichen von Stärke:

  • 147 (Pro Juventute): Rund um die Uhr für dich da (Telefon, Chat).
  • SafeZone.ch: Anonyme Online-Beratung zu Suchtfragen.
  • Vor Ort: Hausarzt, Schulsozialarbeit oder Jugendberatungsstellen.

Prüfungsstress, Schlafprobleme oder das Gefühl, dass alles zu viel wird, kennen viele. Manche Jugendliche greifen dann zu Medikamenten, obwohl es keine medizinischen Gründe gibt. Die erhoffte Wirkung ist kurzfristig, die Probleme jedoch bleiben oder werden grösser.

Ein Mädchen liegt mit dem Kopf auf den verschränkten Armen auf einem Tisch und wirkt nachdenklich oder traurig.

Deshalb ist es wichtig, dass du weisst, warum Medikamente deine Probleme nicht lösen und was du in schwierigen Situationen sonst tun kannst. Zum einen, um die Situation langfristig zu verbessern. Zum anderen, um Hilfe zu finden und im Notfall richtig zu reagieren.

Warum nehmen manche junge Menschen Medikamente ein?

Die allermeisten Jugendlichen nehmen keine Medikamente missbräuchlich ein. Das ist gut so. Wenn es doch passiert, dann steckt meist die Hoffnung dahinter, ein Problem ganz schnell selbst lösen zu können.

Zu diesen Problemen und Gründen gehören:

Stress und Leistungsdruck
Prüfungen, Schule, Ausbildung – manchmal wächst einem alles über den Kopf. Da klingt es verlockend, zu Medikamenten zu greifen, um wach zu bleiben, sich besser zu konzentrieren, Druck besser auszuhalten oder einfach mal abzuschalten. Aber Medikamente haben Nebenwirkungen, schaden dem Körper und verhindern, dass du lernst, mit Stress umzugehen.

Ein Junge liegt erschöpft auf dem Tisch und starrt intensiv auf sein Smartphone.

Schlafprobleme
Wenn man wegen Sorgen oder Prüfungsangst nicht einschlafen kann oder stundenlang wach liegt, kann der Wunsch nach einem rezeptpflichtigen Schlafmittel, z. B. Benzodiazepine oder Z-Substanzen, gross werden. Bei Missbrauch bergen diese jedoch verschiedene Risiken, wie Abhängigkeit, Toleranzentwicklung, Entzugserscheinungen sowie Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme.
Psychische Belastungen
Wenn Traurigkeit, Angst oder Einsamkeit überhandnehmen, scheint der Griff zu Beruhigungs- oder Schmerzmitteln manchmal wie ein Ausweg. Doch diese Medikamente lösen keine Probleme – sie schaffen neue.
Wenn dich psychische Belastungen über längere Zeit begleiten, ist es wichtig, dir fachliche Unterstützung zu holen. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein verantwortungsbewusster Schritt für eine nachhaltige Besserung.

Ein Mädchen hält ein Telefon ans Ohr und verzieht vor Stress oder Kummer das Gesicht, während sie sich die Nasenwurzel reibt.

Schwierige Lebenslagen
Konflikte in der Familie, Trennungen, Probleme im Freundeskreis oder Mobbing können dazu führen, dass Menschen in Medikamenten einen Ausweg suchen, um den seelischen Schmerz kurzfristig zu lindern.
Dabei wäre es besser, sich Zeit zu lassen, diese schweren Gefühle zu verarbeiten, auch mit fachlicher Hilfe von aussen, gerade wenn Mobbing oder andere Formen von Gewalt vorliegen.
Neugier und Gruppendruck
Neugier oder der Wunsch, zur Gruppe zu gehören oder der Einfluss von Freund*innen können weitere Gründe für eine Medikamenteneinnahme sein. Wenn im Freundeskreis jemand Tabletten anbietet und einige mitmachen, kann es schwierig sein, „nein” zu sagen. Das gelingt vor allem dann gut, wenn man sich selbst schätzt und weiss, was man will.
Kick / Rausch
Es kommt vor, dass Jugendliche bei Partys oder anderen sozialen Anlässen Medikamente ausprobieren, um einen besonderen „Kick” zu erleben. Die überwiegende Mehrheit tut dies jedoch nicht. Die Risiken sind zu hoch: Also verzichte bitte auf Medikamente beim Feiern. Falls dir das einmal nicht gelingt, dann informiere dich im Voraus, wie man die Risiken des Konsums reduzieren kann.

Die erhoffte Wirkung und die Realität

Wer Medikamente missbraucht, hat meist eine nachvollziehbare Hoffnung: endlich abschalten, nichts mehr fühlen, durchschlafen oder leistungsfähiger werden. Die Realität ist aber oft eine andere.

Ein Junge sitzt im Freien auf einem Stein und stützt nachdenklich den Kopf auf seine Hand.

Vielleicht fühlst du dich durch ein Medikament kurzfristig ruhiger oder bekommst etwas Abstand zu deinen Problemen.

Doch was passiert danach?

Die Wirkung lässt nach, Nebenwirkungen treten auf, das Tief kommt und du fühlst dich schlechter als zuvor. Anstatt dir zu helfen, bringen dir die Medikamente nur noch mehr Stress. Die Probleme sind weiterhin da, manchmal kommen sogar neue dazu.

Medikamentenkonsum ohne medizinische Begleitung verschlechtert also die Lage, anstatt sie zu lösen. Es lohnt sich deshalb, frühzeitig andere Wege zu finden, um mit stressigen Situationen und belastenden Gefühlen umzugehen.

Was wirklich hilft

Es gibt viele Gründe, manchmal zu Medikamenten zu greifen. Bei starken Schmerzen oder ernsthaften Problemen kann das auch sinnvoll sein.

Manche nehmen aber auch Medikamente, obwohl es andere Wege gibt, mit Stress, Ängsten, Schlafproblemen oder anderen Schwierigkeiten klarzukommen.

Hier findest du ein paar Tipps, wie du mit Problemen und schlechten Gefühlen umgehen kannst – ganz ohne Tabletten. Und wenn die Probleme grösser werden, ist es völlig okay, sich Hilfe bei Schulpsycholog*innen, Schulsozialarbeitenden oder Beratungsstellen zu holen.

Bei Stress und Überforderung
  • Erstelle einen Zeitplan für deine To-Do’s und setze Prioritäten. Nimm dir dazwischen Zeit für Dinge, die dir wirklich wichtig sind. Setz dir kleine, machbare Ziele, statt alles gleichzeitig schaffen zu wollen.
  • Gönn dir Pausen und probiere Entspannungstechniken wie Atemübungen oder kurze Spaziergänge aus.
  • Bewege dich genug am Tag (z.B. Sport) - das hilft Stresshormone abzubauen und hilft deinem Körper abends runterzufahren.
  • Lerne „nein” zu sagen, wenn dir alles zu viel wird.
  • Sprich mit jemandem über deinen Stress - darüber reden hilft oft schon.
Finde heraus, was Jugendliche tun, um sich trotz Stress besser zu fühlen. Unsere Checkliste bietet dir Hilfe im Umgang mit Stress.
Bei Schlafproblemen
  • Halte dich an möglichst feste Schlafenszeiten.
  • Nimm dir vor, 1.5h vor dem Schlafengehen keine digitalen Geräte mehr zu nutzen.
  • Entspanne dich vor dem Schlafen, zum Beispiel mit einem Tee oder leiser Musik.
  • Sorge dafür, dass dein Schlafzimmer dunkel, ruhig und nicht zu warm ist.
  • Nimm keine aufputschenden Substanzen ab dem Nachmittag mehr zu dir, z. B. Energy Drinks.
  • Wenn du dich im Bett herumwälzest und nicht schlafen kannst, steh auf und mach etwas Beruhigendes oder Langweiliges (ohne Bildschirm).
Weitere Tipps bei Schlafproblemen findest du unter «Schlafqualität verbessern».
Bei Sorgen oder Angst
  • Mach Aktivitäten, die dir guttun: Bewegung an der frischen Luft, kreativ sein (Musik machen, Handwerken, Backen, Tagebuch schreiben, Comic zeichnen) oder Freund*innen treffen, kann helfen.
  • Wende dich an eine Vertrauensperson und sprich über das, was dich beschäftigt - das kann jemand aus deiner Familie oder deinem Freundeskreis sein, auch eine Lehrperson oder jemand von der Schulsozialarbeit oder der Jugendarbeit.
  • Nimm Hilfe von Fachpersonen in Anspruch, wenn du siehst, dass sich deine Stimmung nicht deutlich und zeitnah verbessert - dir frühzeitig Hilfe zu holen, ist ein Zeichen von Stärke.

Im Notfall richtig reagieren

Wenn jemand zu viele Pillen geschluckt hat oder heftig reagiert, ist das ein Notfall. Jetzt heisst es: Handeln!

  1. Ruhe bewahren: Wenn die Person ansprechbar ist, frage sie, was sie eingenommen hat und wie viel. Wirke beruhigend auf sie ein.
  2. Notruf 144 wählen: Zögere nicht, bei ernsthaften Anzeichen (z.B. Atmungsschwierigkeiten, Bewusstlosigkeit) sofort die 144 anzurufen. Lieber einmal zu viel als zu wenig! Am Telefon erhältst du Anweisungen, was zu tun ist, bis Hilfe eintrifft.
  3. Erste-Hilfe-Massnahmen: Wenn die Person bewusstlos ist, aber noch atmet, lege sie in die stabile Seitenlage (auf die Seite drehen, damit sie nicht am Erbrochenen erstickt). Überprüfe regelmässig die Atmung. Bei Atemstillstand sofort mit der Wiederbelebung beginnen, falls du das kannst.

    Video oder Tool gesperrt

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  4. Kein Essen und kein Trinken: Gib der Person nichts zu essen oder zu trinken. Versuche auch nicht, sie zum Erbrechen zu bringen. Dies kann u.a. die Atemwege blockieren.
  5. Bleibe bei der Person: Lass sie nicht allein, bis Hilfe da ist. Sammle - wenn möglich - Pillenreste oder Verpackungen ein und zeige sie den Rettungskräften.
  6. Hole Dir Unterstützung: Ruf um Hilfe bei anderen Personen: Du musst das nicht allein machen.
Hab keine Angst vor rechtlichen Konsequenzen, wenn du Hilfe holst! Die Rettungskräfte interessieren sich nur dafür, zu helfen, nicht zu bestrafen. Den Notruf zu wählen, kann Leben retten.

Hilfe und Beratung

Wenn du selbst betroffen bist oder jemanden kennst, der Medikamente missbraucht: Du bist nicht allein. Dir professionelle Hilfe zu holen, ist ein Zeichen von Stärke und ein wichtiger Schritt zur Lösung von Problemen. Ein Gespräch mit einer aussenstehenden Person wie deinem Hausarzt, einer Apothekerin, einer Lehrperson, der Schulsozialarbeit, der Jugend- oder Suchtberatung kann neue Perspektiven eröffnen.

Zudem können wir dir diese Online-Beratungsangebote empfehlen:

  • 147 (Pro Juventute): Die Berater*innen von 147 sind rund um die Uhr, vertraulich und kostenlos für dich da. Ruf an unter 147 oder schreib auf WhatsApp. Oder schreibe eine E-Mail. Du kannst auch mit Gleichaltrigen chatten.
  • Jugendberatung.me: Auf dem Portal findest Du eine für Dich passende Jugendberatungsstelle in Deiner Nähe.
  • SafeZone: SafeZone.ch bietet dir eine vertrauliche und kostenlose Online-Beratung rund um das Thema Sucht und Substanzen. Ob beim Selbsttest zur Orientierung, bei konkreten Fragen oder bei der Suche nach Hilfsmöglichkeiten – hier bleibst du anonym und bestimmst selbst, wie viel du preisgeben möchtest. Du kannst im öffentlichen Bereich Fragen stellen, Antworten lesen oder dich über das gesicherte System von SafeZone.ch von Suchtexpert*innen online beraten lassen.
Für dich aus Zürich
Informieren, nachfragen, herausfinden: jugendberatung.me
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Jugendberatungsstellen im Kanton Zürich sind für dich da.
Krise? Persönliche Beratung rund um die Uhr, anonym und kostenlos www.147.ch
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Schweiz
Kanton wechseln: AG · BS · BL · BE · FR · GL · GR · LU · SH · SO · SG · TG · VS · ZG · ZH
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